Neurodermitis – Was ist das überhaupt?

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem, ist eine allergische, entzündliche Krankheit der Haut mit chronischem Verlauf. Sie ist nicht ansteckend sondern meistens genetisch veranlagt. Das heißt jedoch nicht, dass wenn die Veranlagung da ist, es zwangsweise zum Ausbruch kommen muss, hierbei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle.

Neurodermitis tritt häufig in Kombination mit Asthma oder Heuschnupfen auf. Betroffene leiden unter extrem starkem Juckreiz, der zu einem teils zwanghaften Verlangen zu kratzen führt. Es kann vorkommen, dass man die Kontrolle verliert und kratzt bis es blutet. Man kratzt so lange bis der Schmerz stärker ist als der Juckreiz. Oft ist der Juckreiz Nachts besonders stark, da man zur Ruhe kommt und nicht mehr abgelenkt ist, was dazu führt, dass viele Menschen mit Neurodermitis massive Schlafstörungen haben. Die Hautausschläge kommen und gehen. Sie können sich bessern oder schlimmer werden, oft ohne direkt ersichtlichen Grund. Die meisten Neurodermitiker haben zahlreiche Allergien, die den Alltag enorm einschränken können. Am häufigsten betroffen sind Kinder im Säuglingsalter, es kann aber auch später jeder Zeit zum Ausbruch kommen.

Es konnte festgestellt werden, dass bei Betroffenen die Hornschicht (äußerste Hautschicht) zu dünn und dadurch durchlässiger für Eindringlinge von außen ist. Im Gegensatz zu Menschen mit einer gesunden Haut, mangelt es der Haut von Neurodermitikern an Filaggrin (Protein), das dafür sorgt, dass die Hornzellen gut vernetzt sind und ein dichte Barriere gegen äußere Einflüsse gebildet wird. Außerdem enthält die Haut nicht genügend Antioxidantien, wodurch sie sich weder gegen Entzündungen (die vom Immunsystem hervorgerufen werden), noch gegen Krankheitserreger, die von außen eindringen, wehren kann. Durch Kratzen wird die Barriere umso mehr geschwächt oder komplett zerstört und es kommt schnell zu Ekzemen auf der Haut.

Man sieht es.

Neurodermitis äußert sich in Hautausschlägen, die am gesamten Körper auftreten können. Besonders häufig sind die Gelenke an Armen und Beinen, Hände, Füße, Kopfhaut oder auch der Hals und das Gesicht betroffen. Die Ausschläge können gerötet, entzündet, teilweise nässend oder schuppig sein und sind mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Durch das ständige kratzen und Reiben der Haut kommt es zu verdichteten, vernarbten oder verfärbten Stellen. Die Haut kann auch rissig und schorfig sein, sich schälen oder farblos werden. Wenn es zu einer Infektion kommt können kleine mit Flüssigkeit gefüllt Bläschen auftreten, die unter Umständen nässen oder sich gelblich verkrusten.

Und man fühlt es.

Meist noch schlimmer als das Aussehen, ist das Gefühl. Der ständige Juckreiz, schmerzhafte Bläschen oder offene Hautstellen, die sich später gefühlte tausend mal schälen, können einen schon ab und zu mal in den Wahnsinn treiben. An den Gelenken kann die Haut schnell spröde und verhärtet sein, so dass sie sich nur schwer biegen lassen.

Wenig hilfreich ist es, von anderen zu hören zu bekommen, dass man ja mal wieder schlimm aussieht oder doch bitte aufhören soll zu kratzen. Für Außenstehende ist es aber oft genauso schwer damit umzugehen, wie für Betroffene, denn man leidet einfach mit und weiß dass man nicht wirklich helfen kann. Ich denke das beste, was man tun kann, ist einer Person ein gewisses Verständnis entgegenzubringen, sie einfach als ganz normalen Menschen zu sehen und so anzunehmen, wie sie ist, ohne die Haut zu beachten.

 


Ich würde Neurodermitis als eine Krankheit bezeichnen, die zwar wirklich fies sein kann, aber uns auch hilft bewusster zu leben und gut mit uns und unserem Körper umzugehen. Ich möchte hier nichts schönreden, denn ich weiß, wie schlimm es sein kann und wie sehr ein Mensch darunter leiden kann. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass es nichts bringt sich zu verkriechen und sich selbst zu bemitleiden, weil das Leben einfach so viel mehr zu bieten hat. Neurodermitis kann ein echter Energieräuber sein, deine Haut zieht dir einfach unfassbar viele Nährstoffe weg, weil dein Immunsystem ständig unter Dauerfeuer steht. Aber es gibt Lösungen und es lohnt sich zu versuchen, aus jeder Situation das Beste zu machen, sich und seinen Körper anzunehmen und dankbar zu sein, für die kleinen Dinge des Lebens.


 

Ich hoffe dieser Artikel war informativ für dich und nicht zu lang und trocken. Dachte einfach, der gehört zu meinem Blog dazu. 

Enjoy your day & love that life.

Deine Lou.

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