Wo stehe ich gerade?

Kurz zu meiner aktuellen Situation.
Ich hatte vor etwa einem halben Jahr den wohl schlimmsten Schub meines bisherigen Lebens. Dieses Mal nahm ich mir vor – egal was passiert, ich werde das ganze irgendwie alleine in den Griff bekommen und auf keinen Fall in eine Klinik gehen. Ich wollte es schaffen gesund zu werden, indem ich versuche zu verstehen, wie mein Körper funktioniert und was zur Hölle passiert war, dass er so ausrasten musste.
Die schlimmste Phase habe ich mittlerweile überstanden und ich komme meinem Ziel jeden Tag ein kleines Stückchen näher. Ab und zu habe ich Rückfälle, die mich ziemlich fertig machen. Das gute daran ist, dass ich zumindest das Gefühl habe immer zwei Schritte vorwärts zu machen und nur einen zurück.
Es gab einen Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe alles zu hinterfragen – mein komplettes Leben quasi. Ich hatte plötzlich das Gefühl, gar keine Ahnung zu haben, wer ich eigentlich bin, wieso ich tue, was ich tue und wo ich in meinem Leben überhaupt hin möchte. Alles erschien mir plötzlich sinnlos und falsch.

Es gab einen Satz oder besser gesagt eine Frage, woher diese kam weiß ich nicht mehr genau, aber sie hat meine Sicht auf die Dinge total verändert.

Wer wärst du, wenn du Niemand sein musst?

Wie würde mein Leben denn aussehen, wenn es keine Grenzen geben würde? Wenn Geld und die Meinung Anderer keine Rolle spielen würden, wenn ich einfach mal anfangen würde größenwahnsinnig zu denken – würde es genauso aussehen wie jetzt?

Nein. Definitiv NEIN. Ich musste mir eingestehen, dass ich so ziemlich genau das Gegenteil von dem lebe, was ich mir in meinen Träumen vorstellen würde. Meine jetzige Situation ist alles andere als toll. Ich hatte mir eingeredet, es wäre alles gut so wie es ist, hatte einfach akzeptiert, dass das Leben wohl so aussieht und der Alltag eben nicht immer so spaßig ist. Ich fühlte mich als wäre ich aufgewacht, aber eher so in einen miesen Albtraum hinein – also verkehrt herum?!
Es war wie ein heftiger Faustschlag, mitten ins Gesicht, als mir plötzlich bewusst wurde, dass mein Leben zu einer kleinen Katastrophe geworden war. Ich war an einen Punkt gekommen, zu dem ich nie wollte, verstand mich selbst nicht mehr. Mein Körper wollte mir wohl zeigen, dass es so auf keinen Fall weiter gehen kann und ich definitiv etwas ändern muss – was mir sonst wahrscheinlich niemals aufgefallen wäre.
Um es kurz zusammenzufassen: Ich arbeite in einem Beruf, der mir mittlerweile keinen Spaß mehr macht, da ich mich weiterentwickelt habe und keinen Sinn mehr in dieser Tätigkeit sehe, ich mich nur noch ausgenutzt fühle und dort nichts mehr lernen kann, das mich weiterbringt. Weil ich mich aber noch bis Januar nächsten Jahres in der Ausbildung befinde, habe ich beschlossen es bis dahin noch durchzuziehen, obwohl ich merke, dass es mir nicht gut tut. Ich wohne in einer Kleinstadt, in der nichts los ist und wo mich eigentlich nichts hält.
Ich hatte verlernt auf meinen Körper zu hören, auf mein Herz, meine Intuition, war nur noch in meinem Kopf, wollte das „Richtige“ tun.
Tatsächlich war ich bis vor ein paar Tagen der Meinung, dass alles mies und sinnlos ist, was ich gerade mache, habe mich schon wieder total verrückt gemacht. Zum Glück ist mir das relativ schnell aufgefallen und ich habe mir bewusst gemacht, dass das nur meine eigene Bewertung der Situation ist und ich vielleicht nur den Blickwinkel ändern muss.
Also habe ich angefangen alle Vorteile aufzuschreiben, die mein jetziger Job hat. Ich bin echt innerhalb von fünf Minuten auf 15 Stück gekommen. Wow damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte sofort viel, viel bessere Laune, machte mir gute Musik an und tanzte durch die Gegend. Problem gelöst. Zumindest für den Moment.
 
Klar, es könnte mir besser gehen, als es im Moment der Fall ist, aber hey mir ging es auch schon sehr viel schlechter. Also warum nicht einfach mal feiern, wie weit ich schon gekommen bin? Warum nicht einfach mal das schätzen, was ich bereits habe? Warum nicht einfach mal aufhören mich mit anderen zu vergleichen, denen es vermeintlich so viel besser geht als mir? Warum nicht einfach mal auf alles sch***, das mich runterziehen will?
Los Kopfhörer auf, Lieblingslied anmachen, Leben feiern!
 
 
Enjoy that moment and love your freakin‘ beautiful life.
Deine Lou.

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